Zoo Stralsund - Jahresrückblick 2025
Stabilität, Weiterentwicklung und gelebte Verbundenheit
Das Jahr 2025 stellte den Zoo Stralsund vor besondere Herausforderungen. Eine längere, durch die Vogelgrippe bedingte Schließung prägte den Jahresverlauf und erforderte sowohl von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern als auch von den Besucherinnen und Besuchern Geduld und Flexibilität.
Umso positiver fällt der Rückblick aus: Trotz aller Einschränkungen zeigte sich der Zoo Stralsund als verlässlicher Ort für Begegnung, Bildung und Erholung und konnte wichtige Entwicklungen in Tierhaltung, Infrastruktur und Veranstaltungsarbeit voranbringen.
Besucherzahlen: Treue Gäste als starkes Fundament
Insgesamt 147.220 Besucherinnen und Besucher kamen im Jahr 2025 in den Zoo Stralsund. Angesichts der temporären Schließungen ist dieses Ergebnis als solides Jahresergebnis zu bewerten.
Besonders erfreulich entwickelte sich erneut der Bereich der Stammgäste: Mit 4.016 Jahreskarteninhabern blieb deren Zahl stabil und stieg im Vergleich zum Vorjahr sogar leicht an.
„Gerade in einem Jahr mit so vielen äußeren Einschränkungen zeigt sich, wie stark der Zoo Stralsund in der Stadtgesellschaft verankert ist“, betont Zoodirektor Dr. Christoph Langner. „Die Treue unserer Jahreskarteninhaber ist für uns ein wichtiges Signal und zugleich ein großer Rückhalt.“

Bei den Kugelgürteltieren gab es im Zoo Stralsund 2025 Nachwuchs.
Tierinventur: Vielfalt zwischen Wildtieren und Kulturerbe
Wie in jedem Jahr nutzte der Zoo Stralsund den Jahreswechsel für seine traditionelle Tierinventur. Zum Stichtag 5. Januar lebten 1.345 Tiere in 275 Arten und Rassen im Zoo.
Einen besonderen Stellenwert nehmen dabei weiterhin die 65 gehaltenen Haustierrassen ein. Neben regional verwurzelten Rassen wie den Stralsunder Hochfliegern (das sind Tauben) zählen dazu auch historische Nutztierrassen wie Jakobsschafe und Barockesel, für deren Erhalt sich der Zoo Stralsund aktiv engagiert.
„Zoos tragen heute Verantwortung weit über die reine Präsentation von Tieren hinaus“, erläutert Dr. Langner. „Die Erhaltungszucht bedrohter Haus- und Nutztierrassen ist ein wichtiger Beitrag zum Schutz biologischer Vielfalt und zugleich lebendiges Kulturerbe.“
Neuzugänge und Nachzuchten: Große Aufmerksamkeit und leise Lieblingsmomente
Zu den auffälligsten Neuzugängen des Jahres zählte im März die Ankunft der weißen Löwen Malibu und Ariza. Nach dem Verlust der Löwin Lea fanden die beiden Tiere aus dem Zoo Safari Borysew in Polen im Zoo Stralsund ein neues Zuhause und stießen von Beginn an auf großes Interesse bei den Besucherinnen und Besuchern.
Ebenfalls schnell zu Publikumslieblingen entwickelten sich die vier Erdmännchen, die nun in direkter Nachbarschaft zu den Löwen leben und vor allem bei Familien große Aufmerksamkeit genießen.
Dass es nicht immer spektakuläre Tierarten braucht, um Herzen zu erobern, zeigte sich im Areal des Ackerbürgerhauses: Mit der Ankunft der beiden Hauskatzen Max und Moritz zogen zwei neugierige und zutrauliche kleine „Weltentdecker“ in den Zoo ein. Schnell wurden sie von vielen Zoogästen ins Herz geschlossen und sind inzwischen aus dem historischen Zoobereich kaum noch wegzudenken.
Besonders erfolgreich verlief das Jahr im Südamerikaareal. Hier konnte sich der Zoo über Nachwuchs bei den Kugelgürteltieren, dem Zootier des Jahres 2025, sowie bei den Schwarzkehlarassaris, Verwandten der Tukane, freuen.
Auch die regelmäßig stattfindende Tiershow lieferte erfreuliche Nachrichten: Der sogenannte „Rote Schwarm“ bedankte sich für neue Volierenbedingungen und engagierte Pflege mit 41 Jungtieren bei einem Gesamtbestand von 44 Vögeln.

Im Ackerbürgerhaus des Zoos wohnen jetzt die Kater Max und Moritz.
Schrittweise Umsetzung des Masterplanes
Die Sanierung der Verwaltungsgebäude, der begonnene Neubau der Ozelotanlage (finanziert von den Zoofreunden Stralsund e.V.) , die Planung der neuen Schaufutterküche (Finanzierung durch Fördermittel des Landes Mecklenburg- Vorpommern) und mehrere weitere Bauvorhaben sind wichtige Schritte für die Umsetzung des Masterplanes.
Infrastruktur und Digitalisierung: Investitionen mit Blick nach vorn
Im Jahr 2025 lag der bauliche Schwerpunkt auf der Ertüchtigung und Modernisierung bestehender Infrastruktur. Der Hauptweg des Zoos wurde mit einem speziellen Verfahren stabilisiert, sodass er künftig weniger anfällig für Ausspülungen ist und zugleich Rollstuhl- und Rollatornutzern ein deutlich besseres Fortkommen ermöglicht.
Darüber hinaus gelang ein weiterer Lückenschluss am Außenzaun, wodurch der Zoo noch besser vor ungewollten tierischen Besuchern geschützt ist. Die Sanitäranlagen am Zooeingang wurden nach rund 15 Jahren intensiver Nutzung technisch umfassend saniert.
Ein zukunftsweisender Schritt war die Anbindung strategisch relevanter Bereiche an ein Glasfasernetz, ermöglicht durch Fördermittel des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Als erste Anwendung wurde ein neues Kassen- und Besuchereinlasssystem integriert.
„Diese Investitionen sind eine wichtige Grundlage für die kommenden Jahre“, so Dr. Langner. „Sie ermöglichen es uns, Sicherheits-, Technik- und Informationssysteme schrittweise zeitgemäß weiterzuentwickeln und den Zoo nachhaltig aufzustellen.“
Veranstaltungen: Bewährtes und gelebter Zooalltag
Neben dem täglichen Zoobetrieb prägten auch 2025 zahlreiche Veranstaltungen das Jahr. Insgesamt wurden neun größere Events sowie mehrere kleinere Formate, darunter die Vorlesungsreihe Märchenzeit, durchgeführt. Erfolgreichste Einzelveranstaltung blieb erneut das Halloween-Fest, das mit 4.485 Besucherinnen und Besuchern ein besonderes Highlight im Veranstaltungskalender darstellte. Auch das Osterkörbchensuchen und die Lange Zoonacht fanden großen Zuspruch.
Fest etabliert ist inzwischen das breite Angebot der Zooschule mit dem Schwerpunkt auf die Umweltbildung. Dieses Angebot wurde 2025 von 5670 Interessenten genutzt.
Darüber hinaus gelang es dem Zoo Stralsund, regelmäßig stattfindende Angebote fest im Jahresablauf zu verankern. Neben dem Format „Garten für alle“ und den „Mittwochspinnern“ können Besucher in der Hauptsaison an zwei weiteren Wochentagen traditionelles Handwerk hautnah erleben. Dienstags erweckt der Zoomüller die historische Mahnkesche Mühle zum Leben und mahlt vor Publikum echtes Zoomehl, während mittwochs der Holzofen im Backhaus neben der Mühle angeheizt wird und im Geist eines Gemeindebackofens gemeinsam Brot gebacken wird. So wird traditionelles Handwerk zu einem lebendigen Bestandteil des Zooalltags.
Den inhaltlichen Schlusspunkt des Veranstaltungsjahres setzte das neu entwickelte Format der „ZoOlympiade“ im Rahmen des Zoofestes. Hier konnten sich die Besucherinnen und Besucher spielerisch und virtuell mit den Fähigkeiten der Zoobewohner messen. Gemeinsam mit zahlreichen Akteuren und Vereinen aus der Stadt – darunter der Stralsunder HV, die Volleyballerinnen der Stralsunder Wildcats sowie die Zoofreunde Stralsund e. V. – wurden die Aktionsstände im Zoo betreut.
„Die ZoOlympiade hat eindrucksvoll gezeigt, wie lebendig ein Zoo wird, wenn Stadtgesellschaft, Vereine und Zoo gemeinsam gestalten“, resümiert Dr. Langner. „Dieses Format hat großes Potenzial und wird künftig weiter ausgebaut.“
An dieser Veranstaltung interessierte Sportvereine können sich gern beim Zoo melden.

Erdmännchen sind seit 2025 ein Besuchermagnet im Zoo Stralsund