Stralsund: Sofortprogramm gegen Schlaglöcher
Die Hansestadt Stralsund startet ein Sofortprogramm, um auf den Straßen der Stadt die Folgen der außergewöhnlich starken Frostperiode im Januar und Februar schnell zu beseitigen. Frost-Tau-Wechsel haben vielerorts zu Rissen, Ausbrüchen und Schlaglöchern geführt, insbesondere auf stark befahrenen Hauptverkehrsachsen. Ziel des Programms ist es, Schäden rasch zu beheben, die Verkehrssicherheit zu gewährleisten und weitere Schlaglöcher zu verhindern.
Die außergewöhnlich starke Frostperiode im Januar und Februar 2026 hat bereits vorgeschädigte Fahrbahnbereiche im Stadtgebiet deutlich in Mitleidenschaft gezogen. Wiederholte Frost-Tau- Wechsel führten zu Wassereintritt in vorhandene Risse, Volumenvergrößerung im Gefüge und in der Folge zu Kornausbrüchen, Netzrissen sowie vermehrter Schlaglochbildung.
Insbesondere auf verkehrswichtigen Hauptachsen und in hoch belasteten Knotenpunkten ist die Substanz der Asphaltdeckschichten teilweise erheblich geschwächt.
Zur Sicherstellung der Verkehrssicherheit und zur Vermeidung weiterer Substanzverluste wird kurzfristig ein technisches Sofortprogramm umgesetzt.
Ziel ist es damit, akute Schadstellen dauerhaft zu schließen und stark beanspruchte Abschnitte wirtschaftlich zu erneuern, bevor sich die Schäden in tiefere Schichten ausweiten. Dadurch werden Folgekosten reduziert, Haftungsrisiken minimiert und die Nutzungsdauer der vorhandenen Straßenkonstruktionen verlängert.
Maßnahmen
Das Maßnahmenpaket gliedert sich in zwei Bausteine:
(A) Priorisierte Oberflächensanierung (Fräsen und Erneuerung Deckschicht ca. 4cm bzw. Trag- Deckschicht) ausgewählter Hauptverkehrsstraßen (und Nebenstraßen in 2027)
Auf besonders belasteten Hauptverkehrsachsen wird die vorhandene, verschlissene Deckschicht in einer Stärke von ca. 4 cm abgefräst und durch eine neue Asphaltdeckschicht ersetzt. In Bereichen mit erhöhter Beanspruchung oder beginnender struktureller Schwächung kann alternativ eine geeignete Tragdeckschicht eingebaut werden, um die Tragfähigkeit nachhaltig zu verbessern.
Die Maßnahmen konzentrieren sich in diesem Jahr (2026) auf Abschnitte mit hoher Verkehrsbelastung, sicherheitsrelevanter Bedeutung sowie fortgeschrittener Substanzbeeinträchtigung.
Die Priorisierung erfolgt auf Grundlage des Verkehrsaufkommens, des objektivierten Schadensbildes sowie der strategischen Netzfunktion innerhalb des kommunalen Straßensystems.
- Greifswalder Chaussee; Boddenweg bis Franzenshöhe
- Rostocker Chaussee; Abfahrt OSTSEECENTER bis ca. Brückenende, einseitig stadteinwärts
- Andershofer Dorfstraße
- Voigdehäger Weg; Ortsrand bis Koppelstraße
Geplant für 2027:
- Ernst-Moritz-Arndt-Straße
- Otto-Fock-Straße
- Kosegartenweg
- Hinter der Brunnenaue
- Louis-Fürnberg-Straße
- Karl-Löwe-Ring
(B) Punktuelle und abschnittsweise Instandsetzung stark geschädigter Einzelbereiche mit Gußasphalt (Eigenleistung Abteilung Straßenunterhaltung)
Stark geschädigte Teilflächen werden nach fachgerechter Vorbereitung der Unterlage gezielt mit Gussasphalt instandgesetzt. Nach dem Auskanten und Reinigen der Schadstellen erfolgt der Einbau auf tragfähigem, trockenen Untergrund unter Herstellung eines regelgerechten Haftverbundes.
Durch die hohlraumarme und wasserundurchlässige Bauweise des Gussasphalts werden vorhandene Oberflächenschäden dauerhaft geschlossen, die Fahrbahnsubstanz stabilisiert und die Verkehrssicherheit wiederhergestellt. Der Einbau erfolgt in technisch erforderlicher und wirtschaftlich angemessener Schichtdicke; die Oberfläche wird unmittelbar nach dem Einbau abgestreut, um die notwendige Anfangsgriffigkeit sicherzustellen.
Hohe Priorität
- Heinrich-Heine-Ring; Rewe – Kreisverkehr
- Strelapark; Kreuzungsbereich
- Grünhufer Bogen; Stadteinwärts
- Grünhufer Bogen; Stadtauswärts Kreuzungen
- Parower Chaussee; Einzelstellen
Mittlere Priorität
- Rostocker Chaussee: Am Langendorfer Berg
- Carl-Heydemann-Ring: Kreuzungsbereich Philip-Julius-Weg
- Prohner Straße: Tankstelle Shell bis Kreisverkehr Parower Chaussee
- Lindenallee: Kreisverkehr bis Kirchstraße
- Lübecker Allee: Kieler Ring bis Lindenallee
Mit diesem strukturierten Vorgehen wird nicht nur auf die aktuellen Frostschäden reagiert, sondern zugleich ein wichtiger Beitrag zur werterhaltenden Infrastrukturpflege geleistet.
Kosten
Die Finanzierung der Maßnahmen ist grundsätzlich im Haushalt abgesichert. Dies führt jedoch dazu, dass andere geplante Unterhaltungsmaßnahmen, insbesondere gestalterische Maßnahmen wie z.B. saisonale Blumenpflanzungen, im laufenden Haushaltsjahr nur in reduziertem Umfang umgesetzt werden können. Die Prioritätensetzung zugunsten der Verkehrssicherheit und Substanzerhaltung der Straßeninfrastruktur erfordert eine temporäre Umschichtung verfügbarer Mittel innerhalb des Budgets.
Parallel dazu bemüht sich die Hansestadt Stralsund, ergänzende Landes- oder Bundesmittel im Rahmen geeigneter Förder- bzw. Nothilfeprogramme einzuwerben, um die außerordentliche Belastung des kommunalen Haushalts infolge der witterungsbedingten Schäden abzufedern. Ziel ist es, für die frostbedingten Substanzschäden eine finanzielle Unterstützung zu erhalten, die eine zügige und umfassende Schadensbeseitigung ermöglicht.
Aufgrund der flächigen und witterungsbedingten Schadenslage wird angestrebt, auf Basis der zusammengefassten Schadensdarstellung einen pauschalen Förderbetrag zu erhalten.
Kosten Maßnahmenpaket A: aktuell in Markterkundung (Stand: 24. Februar)
Kosten Maßnahmenpaket B: ca. 125.000 Euro (Materialkosten, Rest Eigenleistung)