Wolf

Der Wolf - eine gefährdete Art kehrt zurück

Der Wolf (Canis lupus) ist eine Art, die nach der europäischen Fauna-Flora-Habitatrichtlinie und dem Bundesnaturschutzgesetz „streng geschützt“ ist. Der Wolf unterliegt nicht dem Jagdrecht. Bedingt durch europaweite Schutzmaßnahmen kehrt er wieder nach Deutschland zurück. Nach anderen Bundesländern sind Wölfe seit 2006 auch in Mecklenburg-Vorpommern wieder heimisch. Wölfe ernähren sich in Mitteleuropa hauptsächlich von Rehen, Wildschweinen und Hirschen. Nutztiere (Schafe, Ziegen) sind in der Nahrung, z. B. der Lausitz-Wölfe, zu weniger als einem Prozent vertreten. Seit 2010 gibt es für Mecklenburg-Vorpommern einen Wolfsmanagementplan, der neben der Bestandsüberwachung auch Lösungsmöglichkeiten aufzeigt, um Konflikte mit dem Wolf zu vermeiden.

Wie verhält man sich bei einer Wolfsbegegnung?

Wölfe sind keine Kuscheltiere, sondern in der Lage, größere Beutetiere zu töten. Deshalb ist es notwendig, sie mit Respekt zu betrachten, sich nicht anzunähern und den Tieren deutlich zu machen, dass Menschen keine potenzielle Beute sind. Wölfe sind vorsichtig und gehen normalerweise dem Menschen aus dem Weg, so dass man selten einen Wolf zu Gesicht bekommt. Wölfe nähern sich aber wie andere Wildtiere auch, vor allem nachts gelegentlich Siedlungen. Auch das Queren einer Siedlung in den Nachtstunden gehört zum normalen Verhaltensspektrum. Sie nehmen den Menschen dank ihrer guten Sinne schon aus größeren Abständen wahr - meist lange bevor dieser etwas von ihnen bemerkt - und ziehen sich in der Regel zurück. Insbesondere bei Jungwölfen ist diese Scheu jedoch teilweise weniger ausgeprägt, zudem sind Jungtiere oft ausgesprochen neugierig. Dabei ist zu beachten, dass Jungwölfe mit einem Lebensalter von gut einem halben Jahr bereits annähernd die Größe erwachsener Wölfe erreichen können.

Wenn Sie einem Wolf begegnen, bewahren Sie Ruhe und entfernen Sie sich langsam und ruhig, immer mit dem Gesicht zum Wolf und sprechen Sie dabei laut.

  • Wie bei anderen Wildtieren, sollte Abstand zu Wölfen gehalten werden; nie auf Wölfe zugehen oder die Tiere gar bedrängen.
  • Unter keinen Umständen dürfen Wölfe gefüttert werden! An Fütterung durch den Menschen gewöhnte Wölfe können in der Folge Futter aufdringlich oder aggressiv einfordern. Hierdurch können Gefahren für Menschen entstehen!
    Auch indirekte Fütterung ist zu unterlassen. Insbesondere in Wolfsgebieten sollten deshalb Speisereste, Schlachtabfälle und Tierfutter, besonders solches für Hunde und Katzen, so verwahrt werden, dass diese nicht für Wildtiere zugänglich sind. Wölfe wie auch andere Wildtiere können sich an leicht zugängliche Nahrungsquellen im Siedlungsbereich gewöhnen und dann unerwünschte und problematische Verhaltensweisen entwickeln, wie mangelnde Scheu, aufdringliches oder sogar aggressives Verhalten.
  • Bei vielen dokumentierten Begegnungen mit relativ vertrauten Wölfen befanden sich die beobachtenden Menschen innerhalb von Fahrzeugen. Dass Wölfe vor Fahrzeugen oder auch vor Reitern oft wenig Scheu zeigen, haben sie mit vielen anderen Säugetier- und Vogelarten gemeinsam und ist insofern keine ungewöhnliche oder besorgniserregende Verhaltensweise.
  • Wer zu Fuß oder mit dem Fahrrad Wölfen begegnet, die sich nicht unverzüglich zurückziehen, sollte diese im Auge behalten, aber nicht direkt anstarren, sich langsam entfernen, beziehungsweise mit dem Fahrrad langsam weiterfahren. Rennen Sie nicht überhastet vor den Tieren davon.
    Folgen der oder die Wölfe in gewissem Abstand, sollte man sich nicht hastig entfernen oder weglaufen, sondern langsam, betont uninteressiert weitergehen bzw. fahren und dabei laut sprechen.
    Im unwahrscheinlichen Fall, dass ein oder mehrere Wölfe sich offensichtlich direkt, zügig und entschlossen Menschen annähern, handelt es sich in der Regel um neugierige Jungtiere: Bleiben Sie in solchen Fällen stehen, rufen laut und klatschen sie in die Hände, und – bei weiterer Annäherung - werfen Sie mit Gegenständen (z.B. herumliegende Knüppel).
  • Sollten Sie einen Wolf an seiner Nahrung überraschen, sollten sie jede weitere Annäherung an das Tier und seine Beute unbedingt vermeiden und sich umgehend zurückziehen.
  • Hunde können, wenn sie sich unbeaufsichtigt in Wald und Flur bewegen, von Wölfen angegriffen, verletzt und getötet werden. In Gebieten, in denen Wölfe vorkommen, sollten Hunde daher angeleint oder nur im engen Einwirkungskreis des Besitzers geführt werden.
    Auch angeleinte Hunde können, besonders bei unerfahrenen Jungwölfen, Interesse, Neugier- und eventuell auch aggressives Verhalten auslösen. Die Wölfe sind dann teilweise so auf den Hund fixiert, dass der begleitende Mensch durch die Wölfe scheinbar ignoriert wird. In einem solchen Fall die Wölfe durch lautes Rufen und Gestikulieren auf sich aufmerksam machen.
  • Deutschland ist frei von Wildtollwut, daher ist nicht mit tollwütigen und aus diesem Grund unvorsichtigen oder auffälligen Wölfen zu rechnen.
  • Wer einen toten, kranken oder verletzten Wolf findet, sollte das Tier keinesfalls anfassen.

Hinweise auf Wölfe erkennen und melden

Das Wolfsmonitoring in M-V arbeitet nach bundesweiten Standards, sammelt und dokumentiert alle Hinweise auf Wölfe in M-V und bildet somit die Basis für Schutz und Management. Für den Erfolg des Monitorings ist die Meldung möglichst vieler Wolfshinweise maßgeblich - deshalb ist Ihre Mitarbeit entscheidend. Der Wolf hat eine sehr feine Sensorik und meidet den Kontakt zum Menschen. Trotz ihrer heimlichen Lebensweise hinterlassen Wölfe Hinweise auf ihre Anwesenheit: Einen Riss erkennen Sie daran, dass Wölfe ihr Beutetier typischerweise mit einem gezielten, kräftigen Kehlbiss töten. Der Abstand der tiefen Eckzahnabdrücke liegt bei 3 - 4 cm. Oft wird der Bauchraum geöffnet und es werden größere Mengen Fleisch gefressen, Pansen und Darm bleiben zurück. Gemeldete Risse, zu denen der Wolf oft wiederkehrt, ermöglichen den Einsatz von Fotofallen und die Erhebung wichtiger nahrungsökologischer Daten.
Wolfsspuren erkennen Sie daran, dass der Hinterfußabdruck genau in den Vorderfußabdruck der gleichen Körperseite gesetzt wurde. Typisch ist, dass sie lange Strecken im geschnürten Trab laufen, wie Füchse.

Wichtig

Bitte melden Sie frische Risse mit Verdacht auf einen Wolf als Verursacher möglichst schnell und ohne etwas zu verändern, da diese mit Fotofallen überwacht werden können. Die Wölfe kehren häufig mehrere Nächte zum Fressen dorthin zurück. Wenn Sie einen Wolf beobachten, versuchen Sie bitte Fotos oder ein Video als Beleg zu machen.

Zentrale Koordination Wolf M-V (Wolfshotline)
(Marika Schuchardt & Jens Geißler)
Informationen zu auffälligen Sichtungen von Wölfen, Schadensfällen bei Nutztieren und Totfunden werden an 7 Tagen in der Woche entgegengenommen.
Tel: 0170-765 88 87

Monitoring Wolf M-V
(Dr. Norman Stier)
Informationen zu Wolfssichtungen (möglichst mit Foto oder Video dokumentiert), gerissenen Wildtieren, Fotofallenbilder oder Videos, Spuren- und Kotfunde (bitte mit Datums- und Ortsangabe) werden durch das Monitoring Wolf entgegengenommen:
E-Mail: stier@wildundforst.de
Tel: 0171 485 97 89
TU Dresden – Forstzoologie, AG Wildtierforschung
Pienner Str. 7, 01737 Tharandt

Präventionsberatung Wolf M-V
(Hans Diederichs)
Kostenlose Beratungstermine für Nutztierhalter zum Thema Herdenschutz, sowie Voraussetzungen für Förder- und Ausgleichszahlungen können montags bis freitags vereinbart werden. Einzel-, sowie Gruppentermine möglich.
E-Mail: lse.stb@t-online.de
Tel: 0170-765 88 87

Bestätigte Wolfsvorkommen im Wolfsgebiet Mecklenburg-Vorpommern sowie weitere Informationen erhalten Sie unter www.wolf-mv.de oder der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf unter www.dbb-wolf.de.

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