Meldung vom 13.05.2026

Ein Museumskonzept für die GORCH FOCK I

Hansestadt Stralsund sucht Originalteile

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„Am 1. Juli 1934 wurde ich im Alter von 18 Jahren in Kiel in die Kriegsmarine eingestellt.“ Mit diesen Worten beginnt Bernhard Vogel die Aufzeichnungen über seinen Werdegang in der Marine des Deutschen Reiches. Ende März 1938 geht er an Bord der GORCH FOCK I, die erst fünf Jahre zuvor, als Erste einer Serie von sechs Schiffen, bei Blohm & Voss vom Stapel gelaufen war.

Nach der theoretischen Ausbildung zum Unteroffizier ist er als Signalgast (ein Seemann, der u.a. mittels Flaggen und Lichtsignalen von Schiff zu Schiff Nachrichten bzw. Informationen übermittelt) drei Monate unter dem Kommando von Fregattenkapitän zur See Kähler auf der Dreimastbark stationiert. Detailliert berichtet er in seinem Logbuch vom praktischen Teil seiner Ausbildung: Seemannschaft im Generellen und wie man mit Flaggen und Lampen Signale sendet im Speziellen. Anekdoten vom Alltag auf See, Schilderungen von Manövern und Landausflügen ebenso Zeichnungen, Skizzen und Postkarten illustrieren das Erlebte und zieren die leicht vergilbten Seiten.

Nicht nur sein persönliches Logbuch, auch ein Foto von Bernhard Vogel, sein heute immer noch blütenweißes Matrosenhemd und seine marineblaue Uniform-Jacke erzählen von seiner Zeit auf dem Segelschulschiff. Diese besonderen Stücke hat seine Tochter, Katrin Herrmann, der Hansestadt Stralsund als Dauerleihgabe überlassen. Sie werden Teil der künftigen Ausstellung auf der GORCH FOCK I sein, für die die Hansestadt Stralsund nun das Museumskonzept ausgeschrieben hat. 

Ein Tag auf der Gorch Fock I aus dem Logbuch von Bernhard Vogel

Der erste Sonntag an Bord - Auszug aus dem Logbuch von Bernhard Vogel

Besucherinnen und Besucher sollen dieses einzigartige, mehr als 90 Jahre alte Schiff in all seinen Facetten erleben können und dabei anschaulich erfahren, wie auf den Weltmeeren ausgebildet wurde und heute noch immer wird. Die Ausstellung in der Back (Aufbau auf dem Vorschiff) sowie an und unter Deck wird sich an ein breites Publikum, also Erwachsene, Kinder, maritime Enthusiasten sowie internationale Gäste richten. 

Nach erfolgtem Zuschlag soll das Konzept ab dem kommenden Jahr umgesetzt und die momentan leere GORCH FOCK I „mit Leben gefüllt“ werden. Der Ausbau des Schiffes erfolgt direkt an der Stralsunder Hafenkante (Ballastkiste).

Uniformjacke von Bernhard Vogel

Die Jacke von Bernhard Vogel wird als Dauerleihgabe an Bord der GORCH FOCK I zu sehen sein.

Dafür sucht die Hansestadt weitere Originale, die als Exponat in die maritime Ausstellung an Bord eingebunden werden können. Wer über besondere Teile verfügt, die die Geschichte des Schiffes und der Ausbildung erzählen können, meldet sich im Amt für Wirtschaft und Tourismus beim Amtsleiter, Peter Fürst, unter pfuerst@stralsund.de.

INFO
Im ersten Schritt hatte die Hansestadt Stralsund nach dem Erwerb des Segelschulschiffes die Schwimmfähigkeit der GORCH FOCK I gesichert, die Takelage und den Brandschutz erneuert. Kosten: 10,5 Mio Euro
Für den weiteren Ausbau des Schiffes sind 13,5 Mio Euro im Bundeshaushalt vorgesehen. Das Geld stammt aus dem Förderprogramm "KulturInvest" des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.