„Helden sind nicht Einzelne“ (Martin Luther) - Die Reformation in Stralsund

Kunst und Ausstellungen

Aus Anlass des Reformationsjubiläums zeigt das STRALSUND MUSEUM vom 28. April bis 31. Dezember 2017 im Katharinenkloster eine Sonderausstellung. Sie steht unter dem Ausspruch Martin Luthers „Helden sind nicht Einzelne“.

Das Kloster als Ausstellungsort hat für das Stralsunder Reformationsgeschehen eine besondere Symbolkraft. Die Dominikaner waren besonders aktiv bei der Bekämpfung von Ketzern. Deshalb bezeichnete man sie auch als die „wachsamen Hunde des Herrn“. Für den Erhalt ihres Einflusses und ihrer Existenz wollten sie wie alle anderen Stralsunder Altgläubigen „bet an de enkel im blode gahn.“ (Bis an die Knie in Blut gehen). Im Katharinenkloster trafen 1523 auch erstmals der Stralsunder Reformator Christian Ketelhot und der Prior des Klosters Hermann Westfal aufeinander. Dabei kam es zu jenem legendären Disput, in dem Ketelhot den Dominikaner als „ungelehrten Esel“ bezeichnete.

Die Exposition bezieht sich nicht nur auf das Katharinenkloster, sondern illustriert mit etwa 150 Objekten sehr lebendig die gesamte Stralsunder Reformationsgeschichte. Der überwiegende Teil der Exponate stammt aus dem Museumsbestand. Aber auch exklusive Leihgaben des Stadtarchivs Stralsund, des Landesamtes für Kultur und Denkmalpflege Mecklenburg-Vorpommern und der Kirchengemeinde St. Nikolai Stralsund bereichern die Sonderschau. Herausragende Objekte sind die Bildnisse von Martin Luther, Philipp Melanchthon, Christian Ketelhot und Franz Wessel. 

Der Stralsunder Reformationsführer Franz Wessel setzte sich für den Verbleib des Lutheraners Ketelhot in Stralsund ein und bekräftigte  mit der Vernichtung aller Heiligenbilder aus dem Katharinenkloster die Abkehr von der Abgötterei des Katholizismus. An ihn erinnert sein Bildnis aus der Bürgermeisterporträtsammlung.

Ein Blickfang in der Ausstellung ist ein Ablassbrief aus dem Jahre 1506. Diese Urkunde besticht durch ihre prachtvolle Ausführung mit dekorativer Malerei. 

Es ist ein Glücksfall, dass das STRALSUND MUSEUM bemerkenswerte ehemalige mittelalterliche Ausstattungsgegenstände bewahrt. Die Besucher können in der Ausstellung ein Lektionar für Leviten und den ältesten überlieferten Abendmahlskelch des Johannisklosters ebenso bestaunen wie Gewölbescheiben aus dem Katharinenkloster. Eine wunderbare Ergänzung ist die bereits laufende Ausstellung mit einzigartigen Stralsunder Paramenten.

 

Veranstaltungsinfos
Termin29.04.2017 bis 31.12.2017
Uhrzeit / Öffnungszeit10:00 Uhr bis 17:00 Uhr
OrtSTRALSUND MUSEUM
Mönchstraße 25-28
18439 Stralsund
Eintrittspreis
Kartenvorkauf
VeranstalterSTRALSUND MUSEUM
Mönchstraße 25-28
18439 Stralsund
03831 253 617
museum@stralsund.de
www.stralsund-museum.de
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