Meldung vom 12.01.2018

Jetzt kann gebaut werden: B-Plan 64 ist voll erschlossen

Ab sofort können sich Bauleute im Stadtteil Knieper Nord die Klinke in die Hand geben: Das „Wohngebiet nördlich der Studentensiedlung Holzhausen“ rund um den Wilhelm-Brücke-Ring ist voll erschlossen.

Das heißt, alle für den Hausbau notwendigen Rohre und Leitungen sind in der neugebauten Straße verlegt. Der Hochbau kann beginnen.
„So wie ich mir im letzten Jahr mit meiner Frau und den Kindern in Andershof, sollen sich auch andere Stralsunder Familien ihren persönlichen Wohntraum erfüllen können. Darum freue ich mich, dass wir hier und heute ein großartiges Baugebiet übergeben können – in äußerst attraktiver Lage und mit Blick auf den Strelasund“, erklärt Oberbürgermeister Alexander Badrow. „Natürlich sehe ich dennoch Bedarf für weitere Baugrundstücke, schließlich peilen wir in den nächsten Jahren 70.000 Einwohner an.“

Die Erschließung und Vermarktung des Areals seit März 2017 wurde von der Liegenschaftsentwicklungsgesellschaft (LEG) übernommen, die dabei eine Bausumme von 1,35 Millionen Euro investierte – für Straßen- und Gehwegerschließung, Leitungsverlegung und Landschaftsbau, also Bäume, Sträucher, Grünanlagen. Außerdem wird in den nächsten Wochen ein nahe gelegener Spielplatz erweitert, da der Bedarf in diesem Areal durch hoffentlich viele Familien im neuen Wohngebiet natürlich steigt. 

Entstanden sind im „Wohngebiet nördlich der Studentensiedlung Holzhausen“ 27 Baugrundstücke (vier Mehr- und 23 Einfamilienhäuser), davon sind noch 13 zu vergeben.

Weitere Baugebiete in Vorbereitung
Das zukünftige Baugebiet unmittelbar im Anschluss an den B-Plan 64 trägt den offiziellen Titel B-Plan Nr. 65 „Wohngebiet östlich der Hochschulallee“. Hier soll ein städtebaulich-architektonisch hochwertiges Wohngebiet mit 29 zweigeschossigen Einzelhäusern mit maximal zwei Wohnungen und fünf zwei- bis dreigeschossige Stadtvillen mit je sieben Wohnungen entstehen.
Die öffentliche Auslegung des Entwurfes für den Plan erfolgt voraussichtlich im Februar 2018 im Amt für Planung und Bau. Die Erschließungsarbeiten können dann voraussichtlich Ende dieses Jahres beginnen.

Folgende drei Wohngebiete sind ebenfalls in Vorbereitung: 

Der B-Plan Nr. 39 „Wohngebiet westlich der Lindenallee, Freienlande“ liegt im Stadtteil Grünhufe. Planungsziel ist hier ein Wohngebiet mit ca. 100 Grundstücken vorrangig für den Eigenheimbau. Geplant sind 93 Einfamilienhäuser, sechs  Mehrfamilienhäuser und optional eine Kita.
Die frühzeitige Beteiligung zum Vorentwurf soll im März  beginnen. Baubeginn könnte Mitte 2019 sein. 

Der B-Plan Nr. 53 "Wohngebiet zwischen Damaschkeweg und Kornwinkel" ist Bestandteil der städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme "Kleiner Wiesenweg" im Stadtgebiet Tribseer, mit dessen Durchführung die SES mbH als treuhänderischer Entwicklungsträger beauftragt wurde.
Planungsziel ist ein weiteres  Wohngebiet mit ca. 30 Einfamilienhausgrundstücken. Gegenwärtig wird dafür der Planentwurf erarbeitet.
Hier könnte voraussichtlich in der  ersten Jahreshälfte 2019 Baubeginn sein.

Der B-Plan Nr. 66 „Wohngebiet westlich des Voigdehäger Teiches“ liegt am nördlichen Rand der vorhandenen Siedlung am Voigdehäger Weg. Geplant wird hier ein Wohngebiet mit 26 Einfamilienhausgrundstücken. Die frühzeitige Beteiligung zum Vorentwurf soll im März  erfolgen. Erschließungsbeginn könnte voraussichtlich im dritten Quartal 2019 sein. 

Momentan stehen also 13 Grundstücke für die Bebauung zur Verfügung, in naher Zukunft kommen fast 200 dazu.


Wer war Wilhelm Brücke?

Die Ringstraße im jetzt voll erschlossenen Wohngebiet nördlich der Studentensiedlung Holzhausen trägt den Namen Wilhelm-Brücke-Ring.
Wilhelm Brücke (eigentlich Johann Wilhelm Brücke) wurde am 4. März 1800 in Stralsund geboren. Er war der fünfte von sieben Söhnen des Goldschmiedemeisters Johann Gottfried Brücke und seiner Ehefrau Anna Barbara.
Wilhelm Brücke begann mit fünfzehn Jahren eine Lehre als Goldschmied. Er widmete sich aber schon in der Lehrzeit mehr dem Malen. Bereits 1820 sind in einem Ausstellungskatalog der Berliner Kunstakademie erste Werke von ihm aufgeführt.
Von 1819 bis 1824 studierte er auch dort. Die Stadt Stralsund unterstützte das Studium mit einem jährlichen Stipendium.
Der für jeden Künstler in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts unabdingbare Italienaufenthalt begann im Jahr 1829. Die Jahre in Rom waren sicherlich von entscheidender Bedeutung für die künstlerische Entwicklung Brückes. Nach fünf Jahren kehrte er an die Spree zurück und wurde am 7. Januar 1835 wirkliches Mitglied des Berliner Künstlervereins.
Seine Beziehungen zu Stralsund blieben eng, wohnten doch in der Hansestadt mit Zahnarzt Johann Christian Brücke sowie Porträtmaler und Zahnarzt Johann Sven Gustav Brücke zwei seiner Brüder. 

Auf der ersten Kunstausstellung des 1841 in Stralsund gegründeten Kunstvereins für Neuvorpommern und Rügen, die in den Räumen der Brauerkompanie in der Heilgeiststraße 76 stattfand, hingen so auch Gemälde von Wilhelm Brücke. Als Landschafts- und Architekturmaler genoss er, der in seinem Schaffen italienische Motive und Berliner Stadtbilder bevorzugte, sehr bald ein hohes Ansehen. Seine Gemälde schmückten sogar die Wände des Berliner Stadtschlosses. So ist überliefert, dass Preußenkönig Friedrich Wilhelm III. während des Besuchs der Berliner Kunstausstellung 1828 von einem Gemälde Brückes äußerst entzückt war. Auf der Stelle erwarb er es für 500 Taler.

Wilhelm Brücke starb am 1. April 1874 in Berlin. Sein Ruf als großer Künstler blieb einige Jahrzehnte erhalten. Auf der Berliner Jahrhundertausstellung im Jahre 1906 wurden drei seiner Gemälde (Parade vor dem Palais Kaiser Friedrichs, Berliner Schloss und Zeughaus) gezeigt. Heute hängen Gemälde von Wilhelm Brücke, die durch ihre rötliche Farbgebung leicht zu erkennen sind, u. a. im Märkischen Museum in Berlin und im Niedersächsischen Landesmuseum Hannover. Das STRALSUND MUSEUM besitzt vier Bilder.

(Zusammenstellung der Fakten zu Wilhelm Brücke: Stadtarchiv Stralsund, Andreas Neumerkel)

 

Wilhelm Brücke in einer Ausstellung im STRALSUND MUSEUM
Wer sehen will, was Brücke malte, dem sei die Ausstellung "Bilder voller Poesie" im STRALSUND MUSEUM ans Herz gelegt. Dort werden Bilder ab Anfang Mai Bilder Stralsunder Künstler des 19. Jahrhunderts gezeigt, darunter auch Werke von Wilhelm Brücke.