Sachsen-Sex und Strandgut-Kamasutra im Museumsspeicher (06/15/2010)


Bereits vor zwei Jahren gab es zwischen der Meißener Galerie für erotische Kunst „INASAJA“ und dem Stralsunder Kulturhistorischen Museum eine äußerst fruchtbare Zusammenarbeit, die in der gemeinsamen Sonderausstellung „Erotische Wellen am Sund“ gipfelte. Der Erfolg der Kunstschau, die damals von rund 2000 Besuchern gesehen wurde, ermutigte beide Partner zu einem neuen Projekt. Diesmal allerdings nicht hinter Klostermauern, sondern im aus der Mitte des 18. Jh. stammenden Museumsspeicher. Ab 25. Juni (Eröffnung 18 Uhr) werden hier „Frivole Bilder und Objekte“ Liebhaber der erotischen Kunst erfreuen.
Mit ihren Arbeiten dabei sein wird unter anderem die Wahldresdnerin Erika Lust. Um es gleich vorwegzunehmen – ja, sie hat das Porträt ihrer leicht bekleideten Stadtchefin im Gepäck. Auch wenn sie damit in den letzten Wochen und Monaten für viel Trubel in der Elbmetropole sorgte.
Von Haus aus ist die gebürtige Kasachin, die seit 1989 in Deutschland lebt, diplomierte Bühnen- und Kostümbildnerin. In dieser Berufung hat sie bundesweit in der Theaterlandschaft Spuren hinterlassen und mit ihren Kostümen und Kulissen vielen Inszenierungen den letzten Schliff gegeben.
Ein Blick auf die Homepage von Erika Lust verrät, wie vielseitig die Künstlerin außerdem ist. In ihren Bildern gibt sie unterschiedlichsten Themen Raum: Natur und Landschaft in ihrer Schönheit, wie auch in ihrer Verletzbarkeit; ebenso der Spezies Mensch, mit all ihren Eitelkeiten. Für manche ihrer Bilder hätte die Lust vor ein paar hundert Jahren sicher mit ihrem Leben bezahlt. Für uns heute ist es reizvoll, die Mächtigen von damals mit „Lust“ -Augen zu sehen. Selbst da Vincis „Mona Lisa“ war der Malerin für ihre erotischen Attitüden ein willkommenes Objekt.
Neben Erika Lust, die auch zur Ausstellungseröffnung kommt, werden Christine Dölle („Sachsen-Sex“) und Bernd A. Chmura mit ihren Karikaturen und Cartoons dabei sein. Janett Noack stellt sich mit erotischer Porzellanmalerei vor. Ebenso dürfen sich die Besucher auch auf Malerei und Grafik von Hans Neupert, Hugh Owen Porter und Gilberto Giardini sowie auf Schmuck von Jean Raymond Vuigner freuen. Letztere bringen zugleich ein wenig Internationalität in die Runde. Mit Fotografien werden Volkmar Fritzsche sowie Jörg B. Schubert vertreten sein und mit ihrem „Strandgut - Kamasutra“ will Fritzi Wagner überraschen.
Bis zum 26. September lädt die nicht jugendfreie (Zutritt ab 18) erotische Kunstschau zum
Verweilen ein.

S. K.
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