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Museumsspeicher
Wer sich für vorpommersche Tradition und Lebensart interessiert, sollte auf keinen Fall einen Besuch des Museumsspeichers in der Böttcherstraße versäumen. Das aus der Mitte des 18. Jh. stammende und zu DDR-Zeiten restaurierte Gebäude verbirgt hinter seinen Mauern eine umfangreiche volkskundliche Sammlung. So gibt die ständige Ausstellung Auskunft über das Leben der Seefahrer und Fischerbauern auf Darß und Mönchgut. Da ist auch ein Blick in die Gute Stube von vor 100 Jahren erlaubt, wo natürlich die allseits bekannten Englischen Hunde genauso ihren Platz haben, wie Stiefelknecht und Spinnrad. Allerlei interessante Gerätschaften sind in der großen, nachgestellten Küche zu entdecken. Neben Butterwiege und liebevoll verzierten und bemalten Waschhölzern gibt es eine gläserne Fliegenfalle, die in heutiger Zeit noch immer sinnvoll scheint, denn sie fängt die Plagegeister ohne chemische Keule. Ergänzt wird die Schausammlung mit regionaltypischer Kleidung. Die ausgestellten Mönchguter Trachten sind zum großen Teil Originalstücke aus dem 19. Jh. Ein ganz besonderes Exponat ist der noch immer funktionstüchtige, hölzerne Flachwebstuhl. Ebenso gehören eine komplett übernommene Drechslerwerkstatt und Teile einer Schmiede zur Ausstellung. Über die Wohnverhältnisse der Inselbewohner vermitteln entsprechende Hausmodelle ein anschauliches Bild.Doch bereits im Erdgeschoss empfängt den Besucher ein ganz besonders reizvoller Ausstellungsabschnitt. Spielzeug aus alter und neuer Zeit lässt nicht nur Kinderherzen höher schlagen. Eine umfangreiche Sammlung von Puppen, Stoff- u. Holztieren bis hin zu ganzen Puppenhäusern, macht selbst bei schon ergrauten Besuchern Kindheitsträume wieder lebendig.
Eine Überraschung ganz anderer Art bieten außerdem ständig wechselnde Sonderausstellungen, die hier regelmäßig gezeigt werden.
Der Speicher in der Böttcherstraße 23 wurde 1753 erbaut. Der nach Norden angebaute Teil entstand aber erst im 1. Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts. Das alte Fachwerk der östlichen und westlichen Wände wurde inzwischen durch massives Mauerwerk ersetzt.
Bis in die 20er/30er Jahre des 20. Jahrhunderts wurde das Gebäude als Getreidespeicher genutzt. Noch heute finden sich Spuren der Markierung der Schütthöhe von 60cm an einigen Balken.
Nach dem 2. Weltkrieg wurde der Fünfgeschosser von einem Chemiewerk genutzt und von 1958 bis Anfang der 70er Jahre als Industriewarenlager der Handelsorganisation (HO) der DDR. Seit 1984 gehört das Gebäude zum Kulturhistorischen Museum. In schlechtem Zustand, Risse und Absenkungen zeigend und von Schwamm befallen, wurde es in jahrelanger Feierabendarbeit restauriert. 1986 konnte der erste Ausstellungsabschnitt der Abteilung Volkskunde eröffnet werden.










