Hundertwasser zu St. Jakobi (01/24/2009)
Von April bis Oktober 2009 und in den daruf folgenden Jahren zeigt das Kreisdiakonische Werk Stralsund e.V. (KDW) als Betreiber der Kulturkirche St. Jakobi in Kooperation mit der RUFUS art GmbH die Ausstellung „Hundertwasser zu St. Jakobi“. Der Oberbürgermeister der Hansestadt Stralsund Dr. Alexander Badrow ist Schirmherr dieser Schau. Er nennt sie ein "phantastisches Projekt" und "weiteren Baustein in dieser Stadt , um Touristen zu begeistern".
Die Präsentation zeigt mit über 100 Objekten das grafische Werk Friedensreich Hundertwassers (1928-2000).
Dabei konzentriert sie sich nicht nur auf Grafiken, Plakate, Fotos und textile Objekte, sondern vermittelt Hundertwassers Wirken zum anderen Leben in einer industrialisierten Gesellschaft, sein Denken zum Erhalt der Schöpfung und zur menschlichen Existenz in der Spannung zwischen Vergehen und Beginnen. Mit sparsamen Texten werden seine Ideen in Bezug gesetzt zu lebensweltlichen und kulturellen Praktiken, die Hundertwasser als einen Vordenker ökologischer und humanistischer Kritik an modernen Lebensweisen beschreiben.
Kulturmanager Dr. Franz Triebenecker betont in diesem Zusammenhang, dass die Ausstellungsmacher auf Stralsund aufmerksam geworden sind wegen der positiven Resonanz der Hansestadt in ganz Deutschland.
"Stralsund wurde nicht zufällig sondern ganz bewusst für die Ausstellung ausgewählt.", sagt Triebenecker nicht ohne Stolz. Schließlich hätten sich weitere Städte im gesamten Bundesgebiet darum beworben.
Deshaslb hält der Geschäftsführer des Kreisdiakonischen Werkes, Frank Hunger, auch durchaus für realistisch, dass zunächst in diesem Jahr "mit 30.000 bis 50.000 Besuchern" gerechnet werden könnte.
Der Raum St. Jakobi, der wie kaum ein anderer das Pathos und die Verletzlichkeit menschlicher Existenz erleben lässt, eignet sich in besonderer Weise für diese Präsentation.
Gleichzeitig schafft die Weise der Betreibung von St. Jakobi durch das Kreisdiakonische Werk Stralsund e.V. einen Rahmen, wie er nicht besser geeignet sein kann für die Ausstellung.
Hundertwassers Wirken wird hier selbst zum Medium für die Integration von Menschen, die auf Grund von seelischen oder psychischen Erkrankungen vom Erwerbsleben lange ausgeschlossen sind. Ein Modellprojekt zur Integration für Menschen mit Handicaps durch KulturArbeit, gefördert vom Land Mecklenburg Vorpommern und dem Europäischen Sozialfonds wird Bildung und Training für eine Rückkehr in gesellschaftlich anerkannte Arbeit, im Zentrum der Hansestadt öffentlich durchführen.
Die TeilnehmerInnen des Integrationsprojektes sollen sich für Arbeitgeber interessant machen können und in Arbeit integriert werden.
In einer Schnittmenge von Kultur- und Sozialarbeit, Tourismus, Service und Wirtschaft präsentieren Menschen, die jahrelang ohne Anerkennung lebten, in der Öffentlichkeit, zu welchen Leistungen sie, wenn sie denn gefordert und gefördert werden, fähig sind.
Im besonderen Focus der Aussteller steht die sinnlich-spielerische Vermittlung für Kinder und Jugendliche. So werden parallel zur großen Ausstellung im Langschiff von St. Jakobi im Zwischengeschoß Arbeiten von Schülern der sechsten und siebenten Klasse der evangelischen reformpädagogischen Jona-Schule aus Stralsund gezeigt, die sich unter der Leitung der Kunstlehrerin Frau Heidrich malerisch dem Werk von Hundertwasser genähert haben. Schüler der Jona-Schule werden auch Besucher zur eigenen aktiven Auseinandersetzung anregen.
Eine besondere logistische, organisatorische und ästhetische Herausforderung ist das Fortführen des bisherigen Kulturbetriebes von St. Jakobi. Es werden weiterhin Konzerte und Lesungen im Langschiff stattfinden, so dass auch hier eine Vielfalt verschiedenster Veranstaltungen bestehen bleibt, die viele, wenn auch nicht alle Traditionen der Kulturkirche St. Jakobi fortsetzt.
Die bisherige kulturelle Arbeit des GeistigBehindertenTheaters Die Eckigen, die Präsentation von Bürgerkultur der Region, die Arbeit des Theaters Vorpommerns im Gustav-Adolf-Saal und andere Aktivitäten werden von der Ausstellung nicht nur inspiriert, sondern weiter getragen.
Die damit verbundenen Anforderungen und die nötigen Investitionen werden fast ausschließlich mit Firmen aus der Region realisiert.
Die Ausstellung ist von April bis Oktober jeden Tag von 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr geöffnet. Einschränkungen durch größere Konzerte werden rechtzeitig vorher bekanntgegeben.
Der Eintrittspreis beträgt 7,50 Euro. Kinder bis zu 16 Jahren haben in Begleitung Erwachsener freien Eintritt. Für Schulklassen und dauerhaft Erwerbslose wird es Sonderregelungen geben.
Dr. Badrow abschließend: "Es wird Hundertwasser-Fans geben, die extra wegen der Ausstellung nach Stralsund kommen."
Das Plakat: Hundertwasser 808A Wasserende am Dach, Japanischer Farbholzschnitt, 1987
ˆ 2009 Gruener Janura AG, Glarus/Schweiz






